Malina, Neo und die größte Lüge überhaupt
Warum Malinas Welt vielleicht mehr mit Matrix und The Truman Show zu tun hat als mit Fantasy
Wenn Leser mich fragen, womit man Malinas Welt vergleichen kann, fallen fast immer dieselben Namen bekannter Meisterwerke: Momo, Der kleine Prinz oder Die unendliche Geschichte.
Noch nie hat jemand gefragt: Ist Malina eigentlich Neo? Dabei finde ich genau diese Frage inzwischen verdammt spannend.
Neulich habe ich wieder einmal in einem meiner alten Notizbücher geblättert. Eines von vielen, sehr vielen. Zwischen Ideen für Geschichten, Zeichnungen und halbfertigen Projekten standen immer wieder dieselben blockierenden Gedanken: Noch nicht. Später vielleicht. Dafür bin ich nicht gut genug.
Irgendwann musste ich lachen, weil ich plötzlich merkte: Das ist meine ganz persönliche Matrix. Es braucht keine Maschinen, keine finsteren Agenten und keine rote Pille.
Manchmal reicht ein Set aus ein paar hartnäckigen Sätzen, die sich im Alltag als absolute Wahrheit verkleidet haben.
Deshalb sehe ich den Science-Fiction-Klassiker Matrix heute ganz anders als früher. Der eigentliche Bösewicht ist nicht Agent Smith.
Der eigentliche Gegner im Leben ist dieser eine, lähmende Gedanke: Wer bin ich schon, das überhaupt zu versuchen?
Genau dort beginnt auch Malinas Reise in meinem Buch. Es geht in der Handlung nicht gegen klassische Drachen, fiese Monster oder dunkle Magier, sondern gegen die innere Vorstellung, kleiner zu sein, als man in Wirklichkeit ist.
Und deshalb muss ich beim Schreiben auch oft an das Filmdrama Die Truman Show denken.
Truman Burbank entdeckt darin schrittweise, dass andere Menschen sein gesamtes Leben inszenieren. Die meisten von uns erleben in der Realität etwas sehr Ähnliches, nur viel subtiler. Man spielt jahrelang die Vernünftige, die Angepasste oder die Person, die vermeintlich immer alles im Griff hat.
Das geht so lange gut, bis man plötzlich innehält und sich fragt: Moment mal, wer hat mir dieses Drehbuch eigentlich gegeben? Und noch viel wichtiger: Warum spiele ich immer noch mit?
Vielleicht geht es in Malinas Welt deshalb gar nicht um Zauberei oder klassische Magie. Vielleicht geht es im Kern vielmehr ums Aufwachen. Um den exakten Moment, in dem man den alten, negativen Geschichten über sich selbst einfach nicht mehr alles glaubt.
Hier ist meine Lieblingsprovokation zum Schluss:
Die meisten Menschen brauchen im echten Leben gar keine rote Pille, um die Wahrheit zu sehen. Sie wissen längst ganz genau, welche Geschichte sie täglich künstlich klein hält. Sie haben diese Sätze nur so oft im Kopf wiederholt, dass sie inzwischen fest davon überzeugt sind, es sei ihre echte Persönlichkeit.
Oder anders gesagt: Vielleicht bist du gar nicht in einer fremden Matrix gefangen. Vielleicht bist du einfach nur die Fanfiction deiner eigenen Selbstzweifel.
Wenn du bereit bist, dein eigenes Drehbuch neu zu schreiben und literarische Parabeln wie Momo oder Der kleine Prinz mit modernem Tiefgang suchst, dann begleite Malina auf ihrem Weg des Erwachens.
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